Die Tradition der Weihnachtskrippen

Die Tradition der Weihnachtskrippen

Weihnachtskrippen schmücken in diesen Tagen viele unserer Wohnungen. Sie zeigen Szenen der Geburt unseres Herrn Jesus und wollen uns an die Geschehnisse der Heiligen Nacht erinnern. Die Form der Weihnachtskrippe, wie wir sie heute kennen, geht auf den heiligen Franz von Assisi zurück. Am 24. Dezember 1223 errichtete er in Greccio, Italien, in einer Waldhöhle eine Futterkrippe, um die Geburt Jesu in Armut und Demut greifbar zu machen. Seine Mitbrüder übernahmen einige Rollen der Weihnachtsgeschichte, ein lebendiger Ochse und ein Esel wirkten ebenfalls mit. Daraus entwickelten sich die Traditionen der Weihnachtskrippen und Krippenspiele.

Die Krippen auf unseren Bildern wurden vom Holzbildhauer Friedhelm Schelter geschaffen. Bei dem Bild unten handelt es sich um eine Krippe mit fast lebensgroßen Figuren im bäuerlichen Umfeld. Zu bewundern ist sie in Neudorf/Erzgebirge.

Eine ganz besondere Krippe gibt es in der Annaberger Bergkirche zu besichtigen. Über 30 aus Holz geschnitzte und bemalte Figuren gehören zur „Bergmännischen Krippe“. Dargestellt sind Bergleute und Bürger der Stadt. Die 1,20 Meter großen Figuren sind in der Kirche so verteilt, dass sich unter ihnen ein Gespräch über die Geburt des Gottessohns entwickelt. Die biblische Weihnachtsgeschichte ist in die erzgebirgische Bergbaulandschaft des 19. Jahrhunderts verlegt, so wie das auf unserem Titelbild zu erkennen ist. Es sind auch nicht die drei Weisen, die dem Christuskind ihre Geschenke bringen. Die Gaben werden von drei Bergbeamten aus den damals führenden Bergbauvereinen überreicht. Bauer und Bäcker, Wirt und Marktfrau, Ratsherr und Waldmann, Hausierer und Gelehrter, Pfarrer und Bettlerin – sie alle bewegt die frohe Botschaft von Weihnachten. Auch zwei Kinder, die ihr liebstes Spielzeug zum Christuskind bringen, gehören zur Krippe. Jesus ist für alle geboren – das soll hier deutlich werden und ich kann nur sagen, ein Besuch in Annaberg lohnt sich definitiv!

Auf eine weitere Besonderheit bin ich gestoßen, als ich diese Zeilen vorbereitet habe. Es gibt eine Internetseite, auf der viele Krippen und Weihnachtsberge aufgeführt sind, die besichtigt werden können. Zusammen ergeben sie den „erzgebirgischen Krippenweg“. Eine Übersicht findet sich auf www.komm zur-krippe.de. Also unbedingt mal reinschauen, vielleicht ergibt sich ja die Idee für den nächsten Ausflug. In diesem Sinne wünsche ich allen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit.

Grit Schmidt

24. Dezember 2025