Friedensgebet

Jeden Montag treffen wir uns zum Friedensgebent in einer unserer Kirchen. Hier ein paar Gebete vom letzten Montag:

Du Gott der Wahrheit,
wir erinnern uns an unsere Aufgabe
als Christinnen und Christen in unserer Welt,
und auch an die Verirrungen der christlichen Kirchen
in der Geschichte und in der Gegenwart.
Lass uns glaubwürdig sein und uns an dein Wort halten.
Wir bitten dich für die vielen partnerschaftlichen Beziehungen
von Kirchen und Gemeinden nach Osteuropa,
in Begegnungen, Projekten und diakonischer Hilfe.
Lass die Verbindungen nicht abreißen,
zeig uns gerade jetzt, wo wir helfen können.
Wir bitten dich für alle Kirchen und Gemeinden dort,
wo jetzt Krieg ist, dass sie trotz allem Orte der Hoffnung bleiben.
Die reinen Herzens sind, werden dich schauen,
die Lügner und Frevler aber werden vergehen.

Du Gott des Friedens,
wir spüren in diesen Tagen, was Krieg bedeutet,
wie schnell er über ein Land und seine Menschen kommen kann,
wie er alle Werte und Ordnungen in Frage stellt,
und wie machtlos wir dagegen sind.
Vergib uns die Achtlosigkeit
mit der wir seit Jahrzehnten in Frieden und Sicherheit leben,
als sei das alles selbstverständlich.
Vergib uns, dass sich die Verachtung der Freiheit
und der Demokratie unter uns ausbreiten konnte
und wir gering schätzen,
wofür Menschen anderswo kämpfen und sterben.
Wir bitten dich für alle Menschen guten Willens,
für die Menschen, die jetzt in Russland gegen die Politik ihrer Regierung
demonstrieren und sich dadurch in Gefahr bringen,
für die Menschen, die an so vielen Orten ihre Solidarität zeigen,
für alle mit politischer Verantwortung in unserem Land
und in den Regierungen aller Länder.
Die Sanftmütigen werden das Erdreich besitzen,
die Kriegstreiber und Gewalttätigen aber werden untergehen.

Du Gott der Barmherzigkeit,
wir denken vor dir an die vielen Menschen, die in Deutschland leben
und ihre Familie und Freunde in der Ukraine haben.
an ihre Sorge und Angst um ihre Lieben
in diesen schlimmen Tagen.
Wir bitten dich: Mach uns bereit, ihnen zu helfen,
wo wir es können und müssen.
Lass uns empfindlich bleiben für die Not der Flüchtlinge,
der Menschen, die hier bei uns Schutz suchen,
die sich nichts anderes wünschen als wir,
ein Leben in Frieden und Sicherheit.
Zeig uns, wie stark wir als Gemeinschaft sind.
Die Barmherzigen werden Barmherzigkeit erlangen,
die Kaltherzigen und Kritischen aber werden verstummen.

9. August 2022